37. Erlanger Poetenfest — 24. bis 27. August 2017
Nebenpodium im Schlossgarten. Moritz Rinke im Gespräch mit Verena Auffermann – Foto: Erich Malter, 2006

Veranstaltung


Wenn die Ferne nahe kommt – Vom Sinn des Reisens in einer globalisierten Welt
Gespräch mit Andreas Altmann, Wolfgang Büscher und Klaus Kufeld, Moderation: Herbert Heinzelmann, Lesungen: Andreas Petri

Fremdes fasziniert sowohl, wie es Angst einflößt. Wenn es fasziniert, kommt es uns nicht zu nah, sondern wir wollen ihm nahe kommen. Dann gehen wir auf Reisen. Wir gehen auf Reisen aus der Lust, etwas anderes zu erfahren, als uns vertraut ist. Die Exotik entfaltet ihren Magnetismus. Das Abenteuer lockt. Deswegen sind so viele auf dem Globus unterwegs. Sie wollen ihn für sich erobern. Sogar die Touristen in ihren eingehegten Pauschal-Zonen fühlen sich als Welt-Eroberer. Sie alle sind nicht aus Not aufgebrochen. Jedoch auch Flüchtlinge sind Reisende. Mit ihnen nähert sich das angstbesetzte Fremde. Andererseits werden Reisende an ihren Sehnsuchtszielen mit dem Tod bedroht, weil ein Kulturkampf um das Eigene und das Andere ausgebrochen ist. Autoren, die auf Reisen gehen, um darüber zu schreiben, werden mit diesen Konflikten konfrontiert und reagieren darauf. Mit ihnen wird die Diskussion darüber eröffnet, ob Reisen überflüssig wird, weil die Fremde bei uns Einzug hält, und ob die Erde ein so gefährlicher Ort geworden ist, dass man zuhause bleiben muss.
Herbert Heinzelmann

Andreas Altmann: Gebrauchsanweisung für das Leben. Piper. München, Mrz 2017
Wolfgang Büscher: Acht deutsche Sommer (zus. mit Christine Kensche & Uwe Schmitt). Rowohlt. Reinbek, Apr 2016
Klaus Kufeld: Die Reise als Utopie. Ethische und politische Aspekte des Reisemotivs. Wilhelm Fink Verlag. München, Feb 2010


Eine Veranstaltung anlässlich der Ausstellung „Sol Calero. Agencia Viajes Paraiso“ im Kunstpalais.

Samstag, 26. August, 19:00 Uhr, Palais Stutterheim, Innenhof
Eintritt frei!

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